Taverna Sotiris – Lisa mag den Soulkitchen-Griechen

Schon lange stand ein Besuch der Taverna Sotiris in Altona auf unserer Liste – dem griechischen Lokal, das dem Hauptdarsteller des Soulkitchen-Films gehörte und das angeblich auch als Kulisse diente. Zwar konnten wir uns an keine Szene erinnern, die dort gespielt haben könnte – aber wir wollten der Sache natürlich auf den Grund gehen und haben das Sotiris als unseren „Weihnachtsgriechen“ auserkoren.

Beim Sotiris handelt es sich um eine griechische Taverne, wie sie im Buche steht. Wir nahmen an den einfachen Holztischen Platz und bekamen eine zerfledderte, nicht sehr umfangreiche und teilweise handgeschriebene Speisekarte gereicht. Das Ambiente wirkte jedoch nicht etwa lieblos, sondern schlichtweg rustikal. Wir Vegetarier konnten immerhin aus fünf Hauptgerichten wählen – manch anderer Grieche hat nicht mal eins auf der Karte – und ich entschied mich für ein Gericht mit dem Titel „BBB1“: Blumenkohl und Brokkoli in einer Sahne-Schafskäse-Soße mit Knoblauchkartoffeln. Das Essen war einfach, schmeckte mir aber sehr gut – wenngleich ich den Verdacht nicht los wurde, dass ich in Wirklichkeit „BBB2“ bekommen hatte, das gleiche Gericht mit Zitronensoße.

Während des Essens schauten wir uns immer wieder im Raum um und zerbrachen uns den Kopf, wo diese Kulisse denn nur im Film zu sehen gewesen sein könnte. Schließlich siegte meine Neugier und ich sprach den lustigen Kellner im Piraten-Outfit darauf an. Er brachte uns eine Runde Ouzo und erzählte dann, dass er zum Gründungs-Team des Sotiris gehöre und in der ersten Zeit keiner der Beteiligten auch nur die geringste Ahnung von Gastronomie gehabt hatte – was ihnen spätestens dann zum Verhängnis wurde, als sich zum ersten Mal das Finanzamt meldete und niemand aus dem Tavernen-Team etwas mit dem Begriff  „Umsatzsteuer“ anfangen konnte… . Das damals Erlebte wurde im Film verarbeitet; das Drehbuch ist also im Sotiris und auf Grundlage des dort Erlebten entstanden. Dass in der Taverne auch Szenen des Filmes abgedreht wurde, ist hingegen nur ein hartnäckiges Gerücht  der Raum wäre viel zu klein dafür, daher wurde er in Wilhelmburg nachgebaut.

Nun kannten wir also die Wahrheit und wurden noch dafür gelobt, dass wir nicht wie viele andere einfach in den Laden gestolpert waren, uns um uns selbst gedreht und gerufen hatten „Wo wurde der Film gedreht, wo wurde der Film gedreht!“ Es müssen sich dort schon wundersame Szenen abgespielt haben… .

Den Abend rundeten wir mit  zwei Tellern Schmalzgebäck mit Zimt und Honig ab. Die ließen nach der Bestellung zwar ziemlich lange auf sich warten – wir waren uns nicht ganz sicher, ob nicht beim Piraten-Kellner und dem Piraten-Koch inzwischen auch etwas Ouzo geflossen war -, doch das Warten lohnte sich: Das Schmalzgebäck war nicht zu vergleichen mit dem, was momentan so auf den Weihnachtsmärkten verkauft wird, sondern um Längen besser.

Mein Fazit: Ein solides Essen in einer authentischen Umgebung, und on top gabs nicht nur einen Gratis-Ouzo, sondern auch noch eine schöne Geschichte. Daher gibt es von mir 4 Ouzos für den Weihnachtsgriechen!

Taverna Sotiris, Barnerstraße 42,
22765 Hamburg,
Tel. 040 – 3901097

 

Update 5. August 2015: Wie eine Leserin in den Kommentaren berichtet, gibt es auf Nachfrage auch vegane Gerichte – danke für die Info!

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3 Responses to Taverna Sotiris – Lisa mag den Soulkitchen-Griechen

  1. […] Film von Fatih Akin mit Moritz Bleibtreu in einer der Hauptrollen, verbandelt. Auf dem Blog ‘Griechenmarathon‘ werden die Zusammenhänge etwas […]

  2. Ach guck! Da gibt’s schon einen Sotiris-Post 😉 … Wir waren nicht wegen ‚Sozl Kitchen‘ dort (obwohl ich den Film ‚Hammer‘ finde) sondern weil der Italiener nebenan noch nicht offen hatte! Ich war nun gespannt, ob ich etwas ‚Veganes‘ bekäme! Ich bekam! Der Piratenkellner hat auch uns bedient und uns griechenlandpolitisch auf den neuesten Stand gebracht! Cooles Restaurant mit gutem veganen Essen!! 😀

    • Lisa sagt:

      Vielen Dank für die Info! Auf vegane Optionen hatte ich selbst damals gar nicht geachtet, aber das könnte durchaus interessant sein für den einen oder anderen Leser hier. Veganes beim Griechen ist ja auch eher die Ausnahme 🙂

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